Grafik zur Interviewserie Frauen in Führung mit Porträtfoto von Darija Smiljanic (Bereichsleitung Risikomangement bei Wüstenrot)
100 Jahre ganz meins

Zwischen Statistik und Ayurveda

Darija Smiljanic leitet seit Februar 2023 den Bereich Risikomanagement bei Wüstenrot. Seit 2021 ist die Expertin in der Wüstenrot Gruppe tätig und mit ihrem Team dafür verantwortlich, Risiken zu erkennen, zu bewerten und zu minimieren.

 

Lange Zeit war Darija in diesem traditionell männerdominierten Bereich die einzige Frau. In unserem Gespräch berichtet sie, welche Phasen ihres Karrierewegs besonders herausfordernd waren und wie sie ihren Alltag zwischen Mathematik, Statistik, Ayurveda und täglichen Laufrunden gestaltet.

Lesedauer: 7 Min.

Wir fördern Frauen, die viel vorhaben.

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Wüstenrot vergibt drei vollbesparte Bausparer im Wert von je 7.200 €

Wir unterstützen Frauen dabei ihren eigenen Weg zu gehen – dafür vergeben wir 3 vollbesparte Bausparer im Wert von je 7.200 €.¹ Wir möchten Horizonte erweitern, bei Zukunftsplänen unter die Arme greifen oder neue Wege ermöglichen. Wir stehen hinter den vielen starken Frauen in Österreich.

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Einreichen bis zum 23.03.2025

HIER findest du alle Informationen und das Teilnahmeformular: Füll bis zum 23.03.2025 das Teilnahmeformular aus und lade deine Geschichte hoch (eine per Hand geschriebene Einreichung, ein PDF, eine Foto-Collage, eine Präsentation, ein selbst aufgenommenes Video etc.). Erzähl uns darin von deiner Geschichte, was sie besonders macht und welche Ziele du mit dem Geld erreichen möchtest. Los geht's!

Interview mit Darija Smiljanic

Risikomanagerin in einem Finanzunternehmen: Kannst du uns mehr über deine Arbeit erzählen?

Das Risikomanagement hat die verantwortungsvolle Aufgabe, das Unternehmen vor finanziellen Verlusten oder anderen unerwarteten Problemen zu schützen. Wir müssen auf mögliche Risiken achten, wie Zahlungsausfälle, wirtschaftliche Krisen oder Betrugsversuche. Dann bewerten wir die drohenden Risiken und entwickeln Strategien, um Risiken zu vermeiden oder abzufedern.

Wir haben einen „Looking forward“- und einen „What if“-Approach – das heißt, wir müssen Risiken erkennen, bevor sie eine Bedrohung für das Unternehmen darstellen und dann versuchen, sie einzudämmen.

 

Würdest du deinen Job als stressig bezeichnen?


Durchaus. Risikomanagement ist eine Schlüsselfunktion bei der Finanzmarktaufsicht, und wir tragen eine sehr große Verantwortung.

 

Wie gehst du mit diesem Stress um?

Ich habe von Natur aus viel Energie 😊. Wichtig ist aber auch, die Energie in die richtigen Bahnen zu lenken und eine Balance zu finden. Sport ist dabei für mich essenziell. Ich bin ein sportlicher Mensch und gehe jeden Tag laufen. Das brauche ich, um meinen Kopf freizubekommen.

Außerdem bin ich ein großer Fan von Ayurveda, um einen gesunden Lebensstil beizubehalten. Auch Yoga gehört zu meinem Alltag.

 

Wie sah dein Karriereweg bisher aus?

Mein Karriereweg und die einzelnen Abschnitte sind, glaube ich, etwas anders verlaufen als üblich. Ich habe in fünf verschiedenen Ländern studiert und dadurch unterschiedliche Kulturen kennengelernt. Diese Erfahrungen haben mich geprägt und auf meine spätere Führungsrolle vorbereitet: Denn ich habe gelernt, wie wertvoll es ist, mit Menschen zu arbeiten, die diverse berufliche, kulturelle und persönliche Hintergründe mitbringen. Ich habe außerdem festgestellt, wie ein Team mit all seinen Unterschieden funktionieren kann. Dieses Wissen und die fundierte theoretische Grundlage waren die Basis für meinen weiteren Berufsweg.

 

Wie ging es dann für dich weiter?

Es folgte die Promotionszeit: Neben meinem Job verfasste ich eine Dissertation und kümmerte mich um ein kleines Kind. Mit dem zweiten Kind war ich zu dem Zeitpunkt schwanger.


Das klingt nach einer enormen Herausforderung.

Ja! Es war die schwierigste Zeit meines Lebens und eine Phase, die mir alles abverlangte: zwei kleine Kinder, ein anspruchsvoller Job und eine Dissertation. All das zu schaffen, erforderte massive Anstrengungen – nicht nur von mir, sondern von der gesamten Familie. Es war definitiv eine Zeit, die ich so nicht noch einmal erleben möchte. Aber als ich dann meinen Abschluss in den Händen hielt, war ich wahnsinnig stolz.


Findest du, es hat sich gelohnt?

Auf jeden Fall! Mein weiterer Karriereweg gestaltete sich „wie aus dem Lehrbuch“. Mir wurden Chancen geboten, ich habe sie ergriffen, meine Fähigkeiten unter Beweis gestellt und gezeigt, dass ich mein Team zum Erfolg führen kann. So ergaben sich immer weitere tolle Job-Möglichkeiten.

Es ist aber wie im Sport: Das Leben verläuft nicht immer nach Plan, Rückschläge und Verzögerungen kommen vor. All diese Erfahrungen machen uns zu dem, was wir sind – sie stärken uns und lehren uns, Rückschläge nicht als Tragödie zu sehen, sondern als Herausforderung, um weiterzukommen. Ich bin sehr stolz auf alles, was ich bisher erreicht habe.


Das bedeutet, Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Freizeit ist für dich auch ein Thema. Wie erlebst du das bei Wüstenrot, vor allem in einer Führungsposition?

Das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Dennoch ist es meiner Meinung nach vorrangig, selbst gut organisiert zu sein.

Was unser Unternehmen besonders auszeichnet, ist die hohe Flexibilität im Homeoffice. Man muss sich keine Sorgen machen, wenn das Kind krank ist oder ein Handwerker kommt – man kann trotzdem effizient arbeiten. Die Verantwortung für die Arbeit bleibt dieselbe, aber man hat mehr Freiheit in der Organisation.

 

Du pendelst auch zwischen zwei Orten.

Genau, meine Familie lebt in Klagenfurt, ich arbeite in Wien. Nach vier Arbeitstagen fahre ich wieder zurück nach Klagenfurt.

Einziges Kriterium bei der Wohnungssuche in Wien war, dass ein großer Park in maximal 300 Metern Entfernung liegt, damit ich jeden Tag meine Laufrunde drehen kann. Nun wohne ich beim Prater und finde das herrlich.

 

Ist die Vereinbarkeit in einer klassischen Männerdomäne wie dem Risikomanagement schwierig?

Ich war sehr oft und sehr lange die einzige Frau in meinem Bereich. Wir konnten durch eine Zusammenlegung der Abteilungen Risikomanagement und Fondsmanagement bei Wüstenrot erreichen, dass mehr Frauen ins Risikomanagement wandern und wir daher mehr Diversität abbilden.

Ich finde das toll, denn die Frauen in meinem Team sind sehr genau und detailverliebt. Außerdem hinterfragen sie Bestehendes öfter – genau das, was wir brauchen.

 

Gab es einen besonderen Moment deiner Karriere, an den du dich erinnerst?

Es gab mehrere, aber einer der bedeutendsten war definitiv der Go-live der Wüstenrot Bank.

Das Geheimrezept für diesen Erfolg bestand aus vier Zutaten: Konzept, Mensch, Energie und Motivation.

Ein Mix, der auch eine gewisse Tiefe zulässt, die jeder komplexe Prozess braucht: schlechte Tage, schwierige Meetings, Fehler, Bugs, Diskussionen und hitzige Gespräche. Ein kompetentes und agiles Team kann so etwas locker aushalten und ein Projekt zu einem guten Ergebnis führen.

 

Welche Aspekte deines Jobs machen dir am meisten Freude?

Das Brainstorming mit Kolleg:innen, wenn wir etwas Neues entwickeln, sei es ein Konzept, ein Modell oder ein Bericht. Da sieht man die unterschiedlichen Denkweisen, die – wenn sie richtig gelenkt werden – zu einem Synergieeffekt führen. Da kommen oft die besten Dinge zum Vorschein!

 

Welche Eigenschaften sollte man deiner Meinung nach mitbringen, um eine Führungsrolle übernehmen zu können?

Geduld, Engagement, Taktgefühl, Energie und Disziplin.

  • Geduld: Die eigene Reaktion ist entscheidend, denn das ganze Team schaut auf dich. Mit deiner Reaktion überträgst du Energie auf das gesamte Team. Nicht jedes Teammitglied hat dieselbe Kapazität, Geschwindigkeit oder dasselbe Wissen.
  • Engagement: Ohne Engagement geht nichts. Man kann die beste Ausbildung, Talent und Wissen haben, aber wenn man nicht mit Leidenschaft bei der Sache ist, gibt es keinen Fortschritt.
  • Taktgefühl: Es ist nicht immer wichtig, sofort zu reagieren, sondern dann, wenn es einen echten Mehrwert für das Team, das Ergebnis oder das Unternehmen bringt.
  • Energie und Disziplin: Der innere Antrieb, etwas unbedingt schaffen zu wollen, gehört bis zu einem gewissen Grad auf jeden Fall dazu.

 

Was wünschst du dir für die nächste Generation von Frauen?

Ich habe zwei Botschaften:

 

1)      Das Leben ist eine Reise voller unterschiedlicher Erfahrungen. Nutzt diese!

2)      Orientiert euch in Richtung „Green Job“, denn das ist die Zukunft. Vor 15 Jahren galt das noch als exotisch, aber heute ist es ein entscheidender Bereich. Green Jobs sind weit mehr als nur ein Trend – sie sind eine Antwort auf die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Die Bedeutung dieses Sektors zeigt sich an den zahlreichen neuen Kursen, de           steigenden Jobangeboten und den finanziellen Förderungen durch große Institutionen.

 

Welche Ratschläge möchtest du Frauen geben, die eine Karriere in einer Führungsposition anstreben?

Überlegt euch genau, was ihr wollt, und arbeitet auf dieses Ziel hin. Und: Es sollte immer etwas sein, was ihr liebt. Denn was man gern macht, macht man gut!

Darija Smiljanic Bereichsleitung Risikomanagement bei Wüstenrot
Wir feiern 100 Jahre Wüstenrot!

 

Entdecke HIER alles zum großen Wüstenrot Jubiläumsjahr:

 

  • Chronologie mit Bildmaterial aus der Historie des Unternehmens
  • Wüstenrot Jubiläumsstorys
  • Interviews zur Frage „Wie wird man als Unternehmen 100 Jahre alt?"
  • Artikelserie zu „100 Jahre Wohnen"
  • Geburtstags-Aktionen wie die Verdoppelung der Bausparprämie
  • Gewinnspiele
  • Events, uvm.
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