Ein nach eigenen Vorstellungen gebautes Eigenheim ist für viele die ideale Wohnform. Doch auf dem Weg dahin lauern einige Fallstricke. So gehtst du ihnen aus dem Weg.
Es gibt viele gute Gründe zu bauen. Man kann die eigenen Wohnträume umsetzen und einen Ort schaffen, der den eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen beziehungsweise denen der Familie gerecht wird.
Doch auf dem Weg zum Eigenheim lauern Gefahren. Da die meisten Häuselbauer:innen zum ersten und einzigen Mal im Leben bauen, fehlt es an Erfahrung. Das sollte dich jedoch nicht davon abhalten, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verfolgen: Allerdings gilt es dabei, mit Bedacht vorzugehen und die größten Fehler zu vermeiden:
Wir zeigen, was du beachten solltest, um diese Fehler zu vermeiden.
Das vermeintlich perfekte Grundstück ist gefunden? Dann ist es jetzt an der Zeit... eben nicht sofort zuzuschlagen. Denn im ersten Enthusiasmus macht man die größten Fehler und übersieht Probleme, die später viel Geld kosten können. Lasse dich zu keiner vorschnellen Entscheidung drängen. Durch die Eigenheiten eines Grundstückes können Kosten entstehen, mit denen du nicht gerechnet hast.
Prüfe die Tragfähigkeit Beschaffenheit des Bodens. Nicht selten lauern unter der Oberfläche Mehrkosten in Form von Altlasten und Schadstoffen, hohem Grundwasserstand und alten auf unvorsichtige Bauherr:innen. Ein Bodengutachten vom Experten verschafft dir Klarheit und hilft dir, Vor- und Nachteile eines Grundstückes richtig einzuschätzen.
Erkundige duch , wie das Grundstück erschlossen ist. Sind Wasser, Abwasser, Strom, Gas und Internet vorhanden? Und wenn nicht – Wer trägt die Kosten für die Erschließung
Schaue dir Umgebung an. Achte auf mögliche Umweltbelastungen durch Straßen, Bahntrassen und Industriedie, auf die Anbindung des Grundstück an Straßen und öffentlichen Verkehrsmittel, auf Schulen und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe.
Nimm Einsicht in die Flächenwidmungspläne der Gemeindeund finde heraus
Bei einem Grundstück können das beispielsweise die Beschaffenheit des Bodens oder Altlasten – wie etwa verstecktes Mauerwerk – sein, die später einen möglichen Bau behindern und verteuern. Dazu kommt, dass nicht auf jedem Grundstück jedes beliebige Haus gebaut werden darf: Setze dich daher mit den behördlichen Regularien auseinander.
Die Wünsche sind groß, doch die Mittel meist begrenzt. Möchtest du ein Eigenheim bauen oder kaufen, kläre vorab, wie viel du dir leisten kannst. Lasse dich beraten, bevor du mit der Suche nach einem geeigneten Objekt beginnst – zum Beispiel von einer Finanzberaterin oder einem Finanzberater von Wüstenrot. Die klären mit dir ab, welche Eigenmittel du hast und stellen dein monatliches Einkommen deinen Fixkosten und sonstigen Ausgaben gegenüber. So erfährst du, wie viel Geld du im Monat übrig hast, um einen Kredit zu bedienen und welchen Betrag du finanziert bekommst. Finanzberater:innen wissen auch, mit welchen Nebenkosten du beim Immobilienkauf rechnen musst.
Nach einer Erstberatung kennst du deinen Finanzrahmen und kannst gezielter auf die Suche nach einem passenden Objekt gehen. Hast du dich dann für ein Angebot entschieden, kannst du den Kaufvertrag mit dem guten Gefühl unterschreiben, die Investition auch wirklich stemmen zu können.
Ein Hausbau läuft in den seltensten Fällen komplett nach Plan. Viele Bauherr:innen geraten in Schwierigkeiten, weil versteckte Kosten oder Preissteigerungen nicht eingeplant wurden. Hole dir Angebote von Bauunternehmen und Handwerkern ein und erstellle eine möglich detaillierte Aufstellung aller Kosten. Schließe Festpreisverträge mit Architekten und Bauunternehmen ab. Kalkuliere nicht auf Kante: Plane einen Puffer von mindestens 10 bis 20 Prozent für unvorgesehene Kosten und Preissteigerungen ein.
Das Leben kann nicht nur während des Bauvorhabens , sondern auch in der Folgezeit immer wieder Überraschungen bereithalten. Bemühe dich um eine Darlehen, dessen Konditionen bei veränderten Umständen flexibel angepasst werden können.
Mit einer Rohbauversicherung im Rahmen einer Eigenheimversicherung deckst du Schäden ab, die am Gebäude während der Bauzeit entstehen können. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung sollte inkludiert sein. Sie leistet Schadenersatz bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die Dritten durch das Bauvorhaben zugefügt werden, zum Beispiel, wenn ein Kind in eine nicht ausreichend abgesicherte Baugrube stürzt oder wenn beim Ausheben einer Grube eine Telefon- oder Wasserleitung oder der Baum des Nachbarn beschädigt wird.
Eigenleistungen sind bei Bau von Eigenheimen weit verbreitet. Sie bewegen sich oft in einem Rahmen von fünf bis zehn Prozent der Baukosten. Wer selbst anpackt, reduziert die Baukosten. Wer nicht genug Eigenkapital für die Baufinanzierung hat, kann es zum Teil durch deine Arbeitsleistung ersetzen.
Es besteht jedoch die Gefahr, dass du nicht nur deine Fähigkeit überschätzt, sondern auch den Umfang an Zeit, den du für den Bau investieren kannst. Für Berufstätige ist es schwierig, genug Zeit für die Eigenleistung zu finden. Wenn nur am Wochenende und im Urlaub gearbeitet wird, ziehen sich die Arbeiten lange Zeit hin. Problematisch sind Verzögerungen bei Tätigkeiten, auf denen weitere Arbeiten aufbauen. Hast du zu knapp kalkuliert, bringt das am Ende den kompletten Plan durcheinander.
Und nur weil du einen Bilderrahmen unfallfrei in die Wand nageln kannst, heißt das nicht, dass du den Bau eines Eigenheims weitestgehend in Eigenregie angehen kannst. Unsachgemäß von dir selbst durchgeführte Leistungen reißen Löcher in das Budget. Was du auf eigene Faust falsch montiert hast, kann auch im Nachhinein noch richtig teuer werden. Immerhin steht dann keine Firma im Hintergrund, die bei einem Defekt haftet – gerade bei Sanitär- und Elektro-Arbeiten können auch kleine Fehler großen Schaden bedeuten.
Schätze dich und deine Fähigkeiten also richtig ein, kläre frühzeitig mit deinem Bauunternehmen, welche Leistungen du realistischerweise übernehmen kannst und überlasse insbesondere die heiklen Elektro- und Installationsarbeiten den Profis. Mehr dazu liest du in unserem Artikel Eigenleistung richtig einschätzen.
Immer Häuselbauer:innen entscheiden sich heute für ein Fertighaus. So können sie deutlich schneller in die eigenen vier Wände einziehen, ersparen sich aufwendige Planungen, viele Baustellenbesuche und Auseinandersetzungen mit Bauhandwerkern. Mit dem Fertighaushersteller hast du einen zentralen Ansprechpartner. Geht etwas schief oder kommt es zu Verzögerungen, ist er verantwortlich. Es ist aber in diesem Fall auch besonders wichtig, den Anbieter sorgfältig zu prüfen, auf Referenzen und Bewertungen zu achten. Vereinbare Fixpreise, lege Fristen fest und verpflichte den Anbieter zu Nachbesserungen.
Wenn du ein individuell geplantes massives Architektenhaus vorziehst, stehst du vor der Frage, ob du für den Bau einen Generalunternehmer betrauen willst, der für die Erbringung sämtlicher Bauleistungen verantwortlich ist oder ob du die einzelnen Gewerke selbst beauftragst. Beauftragst du einen Generalunternehmemer ersparst du dir viel Koordinierungsaufwand. Doch wie bei Fertighausanbietern kommt es auch hier auf die sorgfältige Auswahl des Unternehmens an.
Vergibst du die Aufträge einzeln an die unterschiedlichen Gewerke, kommen komplizierte Abstimmungen unter den Beteilgten auf dich zu. Übertrage diese Aufgabe möglichst an einen erfahrenen Bauleiter oder Bauüberwacher.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Setze zusätzlich einen unabhängigen Experten ein, der den Baufortschritt in allen Phasen überwacht, deinen Architekten oder das Bauunternehmen frühzeitig auf eventuelle Mängel und Verzögerungen hinweist und überprüft, ob sich der fortschreitende Bau noch im zu Beginn finanziell abgesteckten Rahmen bewegt. Achte darauf, dass dein Sachverständiger im österreichischen Verzeichnis der Sachverständigen gelistet ist.
Details wie beispielsweise Balkone, Terrassen, Außentreppen, die Kellerqualität und -ausstattung oder die Baustelleneinrichtung werden oft nicht mit dem Bauunternehmen geklärt. Dadurch können zusätzliche Kosten entstehen, die die Budgetplanung sprengen. Auch nachrägliche Änderungswünsche treiben die Kosten in die Höhe.
Um solchen Ärger zu vermeiden, plane dein Haus mit Bedacht und schließe mit dem Bauunternehmen einen Vertrag mit klaren Regelungen zu Fertigstellungsterminen, zur Qualität und einem detaillierten Leistungsverzeichnis. Auch Abrechnungs- und Zahlungsmodalitäten sowie Gewährleistungsklauseln mit Ersatzleistungspflichten solltest du im Bauvertrag festhalten.
Wenn du einen Generalunternehmer beauftragst, gehören in das Leistungsverzeichnis alle Baumaßnahmen hinein, die erforderlich sind, um ein vollständiges und deinen Vorstellungen entsprechendes, bezugsfertiges Haus zu errichten. In einem Fertigstellungsplan wird festgehalten, wann das Bauvorhaben spätestens fertig sein muss. Dabei können auch für einzelne Teilabschnitte verbindliche Termine festgelegt werden.
Ein Hausbau ist vielleicht das größte Projekt im Leben. Wer ein Haus planen und bauen will, sollte sich gut vorbereiten. In den Artikeln unseres Themenschwerpunkts „Hausbau und Bauplanung: So gelingt dein Projekt“, findest du Hausbauideen und praktische Tipps für die erfolgreiche Umsetzung deines Bauvorhabens. Lass dich inspirieren.